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Auch die Medizin hat Grenzen
Podiumsgespräch über "Heil und Heilung" in Urdorf
In der reformierten Kirche Urdorf fand kürzlich eine Diskussion zum 'Thema Heil und Heilung statt. Hauptergebnis des Gesprächs war schließlich die Einsicht, dass neben der traditionellen Schulmedizin auch neue Alternativen im Bereich der Geistheilung und Religionsglauben einen berechtigten Stellenwert in bezug auf den Heilungsprozess einnehmen.

(ait.) Zu Beginn stellten die drei Teilnehmer, der Mediziner Laurent Schmid, der Geistheiler Raffael Boriés und Pfarrer Max Bolliger kurz ihre persönlichen Ansichten über das heikle Thema dar. Für die zahlreich erschienenen Zuhörer wurde es bald ersichtlich, dass alle drei Diskussionsteilnehmer die menschliche Psyche in den Vordergrund setzten.

Während der Arzt besonders die Wichtigkeit zum Gesundungsprozess betonte, sprachen Boriés und Bolliger über die eminente Bedeutung des Glaubens, wo die Medizin nicht mehr weiterhelfen kann.

Krise der Medizin

Sowohl der Geistheiler als auch der Geistliche bezogen sich vor allem auf die Entwicklung der letzten zwanzig Jahre, in denen die wissenschaftliche Hochschulmedizin, die seit der Jahrhundertwende einen unvergleichlichen Siegeszug erlebte, empfindliche Rückschläge hinnehmen musste.

Nicht nur das Aufkommen neuer und rätselhafter Krankheiten, wie die tödliche Immunschwäche Aids oder Krebs, sondern auch die zunehmende Ambivalenz der modernen physiologischen Wissenschaftsmedizin im Bereich von blindem Fortschrittsglauben und ethischer Verantwortung (Gentechnologie), veranlassten viele Leute, sich irrationalen, zum Teil auch übernatürlichen Heilungspraktiken zuzuwenden. Wie stark diese Tendenz im allgemeinen einzuschätzen ist, kann heute noch nicht absolut festgestellt werden.

Alternative aber kein Ersatz

Zusätzlich stellte Boriés unmissverständlich klar, dass Geistheilung und Hilfe durch religiösen Glauben natürlich keinen Ersatz der Medizin, sondern lediglich eine mögliche Ergänzung darstellen dürfen. Dort, wo die Wissenschaft an ihre Grenzen stösst, beginnt die Hilfe im immateriellen, geistigen Gebiet des Patienten.

Die Techniken des Geistheilers sind überhaupt nicht spektakulär und haben nicht das geringste mit schwarzer Magie oder mit angewandter Parapsychologie zu tun. Die einzig wahre Bedeutung der praktizierten Geistheilung liegt in einem Bewusstseinwerden des Patienten und dem darin mündenden Selbstheilungsprozess.

Bei unheilbaren Fällen sollen die Kranken lernen, mit ihrer Krankheit zu leben und auf diese Weise ihr Dasein erträglicher zu gestalten. Einen ähnlichen metaphysischen Weg vertrat auch der Gemeindepfarrer, der ebenfalls den Heilungsprozess mit dem Glauben an Gott und die Liebe verband.

Einseitige Diskussion

Auffällig war die überraschende Übereinstimmung aller drei Vertreter in den meisten Traktanden, so dass die Diskussion einseitig und ohne Streitgespräche ablief. Da besonders Laurenz Schmid sich nicht in allen Punkten als rational agierender Wissenschaftsmediziner erwies, sondern die Praktiker der beiden Vertreter des spirituellen Aspekts zum größten Teil akzeptierte und als einen wertvollen Beitrag zum Gesundungsprozess im psychosomatischen Bereich ansah.

Zum Schluss wurden einige Fragen des Publikums beantwortet. Fazit des Podiumsgesprächs war die Erkenntnis, dass es prinzipiell jedem einzelnen überlassen ist, über die Möglichkeiten der etablierten Schulmedizin hinauszugehen und nach neuen Alternativen zu suchen und an diese zu glauben.


U'thaler 21.11.1988
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