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Philip Glass
Musik: Philip Glass

Hrsg. von Robert T. JONES. Übersetzt von Dhanya Helmi Komarek und Raffael Bories. Berlin: Sargos Verlag 1998. 336 S., Abb., Notenbeisp.
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Das Buch über Philip Glass, der laut Klappentext zu den „populärsten und erfolgreichsten Komponisten der Gegenwart" zählt, stellt einen - wie Raffael Bories im Vorwort zur deutschen Ausgabe eingesteht - „längst überfälligen Beitrag" (S. 11) dar; ist er doch die Übersetzung eines 1987 in New York erschienenen Buches, das sich auf Glass als Opernkomponisten und dabei namentlich auf seine drei - wie er selber sie nennt - „Porträtopern" (S. 32) konzentriert, die Glass von Mitte der 1970er- bis in die 1980er-Jahre komponierte: Einstein on the Beach, Satyagraha und Echnaton. Eingangs berichtet Robert T. Jones über die Entstehung des Buches, wonach sich der Text vorwiegend aus Glass' eigenen Worten zusammensetze (wobei Jones' Einfluss nicht zu gering veranschlagt werden dürfte). Im Anschluss an das Kapitel „Eine Art Lehrzeit" folgen die einzelnen Kapitel über die drei Opern, zunächst jeweils mit einem ausführlichen Bericht über Entstehung und Aufführung, während die Ausführungen über musikalische Aspekte eher knapp gehalten sind. (Sollte da vielleicht doch ein wenig die Bezeichnung [Minimal...] abfärben?) Die Abschnitte über Libretto und Handlung sind wieder reichhaltiger. Das alles wird locker erzählt, und die Lektüre zeigt eindringlich, wie eng Glass die drei Opern in ihrer musikalischen und gestalterischen Konzeption miteinander verwoben hat. Teilweise sind dabei seine Äußerungen von entwaffnender Ehrlichkeit: Die Aussage von Achim Freyer (Regisseur der Stuttgarter Aufführung von Satyagraha], er habe „es einfach so gemacht, wie du [Glass] es geschrieben hast", kommentiert dieser mit: „Darüber habe ich sehr lange nachgedacht" (S. 177). Die Übersetzung selbst scheint im Allgemeinen sehr genau und zuverlässig zu sein, auch wenn etwa die Wiedergabe des im Sinne von Kompositionen gebrauchten „items" mit „Notationen" (S. 17) einen (unverständlichen) Schnitzer darstellt. In der deutschen Ausgabe ist Glass' Werkliste ebenso wie die Diskographie seit 1987 fortgeführt, während die Literaturliste neu erstellt wurde.
[ ... ]
Als Fazit: Das Erscheinungsbild der Publikation ist ohne Tadel, was sich bereits an der vergleichsweise geringen Zahl der im Computer-Zeitalter (wohl) unvermeidlichen Druckfehler ablesen lässt.

Michael Beiche (Dezember 2001)


Die Musikforschung Jahrgang 55 Heft 03/02


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