Logo Sargos Verlag GbR Rezensionen

 
  >Bücher
>Postkarten
>Poster
>CD
>Rezensionen

>Veranstaltungen
>Kontakt
>Wir über uns
>unsere Autoren
>Links
>Sonderangebote
>Impressum
Der Pferdeprinz
von Raffael Boriés
In vielen Märchen, wie auch in diesem, sind die spielenden Personen vor ein für sie unlösbares Problem gestellt.

Und in dem Bestreben, dies zu lösen, gehen sie durch tiefe Ver-zwei-flung. Die Betroffenen sind untröstlich und lassen sich nicht von ihrem Kummer ablenken.

Es scheint mir, als müßten Menschen Verzweiflungstäler durchschreiten, damit sie an die Grenzen ihres auslotbaren Verstandes gelangen, um dann dort die Grenzüberschreitung zu wagen, die sie ins Ungewisse führt.

Interessanterweise hört die Angst und der Schmerz sofort auf, nachdem der Schritt getan ist und es bietet sich eine Führerin an, ein altes Mütterchen.

Auch diese begegnet dem Helden oft in Form der weisen Alten, die Rat gibt. Und sobald dieser befolgt wird, tritt Lösung ein.

Im weiteren ist auffallend, daß sich in Märchen die Geschehnisse in sehr großzügigen Zeiträumen entwickeln, bis die Lösung eintritt oder der Held zurückkehrt.

Da vergehen 100 Jahre wie ein Wimpernschlag.

Aber es kann uns Toleranz lehren für einen Mitmenschen, der im Dornröschenschlaf versunken ist und durch nichts erweckbar.

Märchen sprechen unser inneres Kind an; dies freut sich an den Bildern, die geboten sind. Und auch wenn der Verstand noch beim Festungsbau ist, werden beim Märchenlesen kleine Löcher in die Grenzmauer gebohrt, die den Menschen ahnen lassen, welch' schöne Welten auf der anderen Seite zu entdecken sind.

Nun habe ich geradezu nichts über das Buch vom Raffael gesagt, aber ich hoffe, ich habe Appetit gemacht auf das Lesen von Märchen.

Und weil "Der Pferdeprinz" ein eben schönes, wie tiefgründiges Märchen ist, ist es empfehlenswert.


Patientenzeitung August 1996 - Ingrid Grebe
zum Seitenanfang